Einzingen - Mittelpunkt der Welt

Aus  den Kirchen- und Gemeindebüchern (1595-2002)

 

Vorbemerkungen

Zur Kirchenchronik:

Ernst Andreas Christian Steinert, in Braunsbedra geboren, wurde 1820 nach Einzingen als Pastor Vikar berufen und war später, von 1824-1829 als Pfarrer in Einzingen tätig. Am 16. August des Jahres 1829 hielt er in Einzingen seine Abschiedspredigt. Ihm verdanken wir, dass er damals für unseren Ort eine Kirchenchronik zu schreiben begonnen hat. Er schreibt, dass auch zu seiner Zeit nur wenig bekannt war über das Entstehen und die Geschichte solch kleiner Orte wie Einzingen. Trotzdem hat er in seiner Chronik viel Interessantes über die Anfänge des Dorfes niedergeschrieben.
Postkarte Einzingen
Ansichtskarte um 1900
  Dabei standen ihm die ersten Kirchenbücher, die für Einzingen ab 1595 geführt wurden, zur Verfügung. Hier wurden neben den kirchlichen Angaben (wie Geburt, Taufe, Heirat und Beerdigung) auch andere wichtige Ereignisse (Kirchenrechnungen, Kriegsereignisse, große Unglücke, wie Feuer, Hagel, Sturm) festgehalten. Aus all diesen Daten konnte er schon für seine Zeit eine sehr interessante und wissenswerte Geschichte Einzingens erarbeiten. Er hat diese Aufzeichnungen in zwei Gottesdiensten seiner Kirchgemeinde vorgetragen und deren Hinweise eingearbeitet. Ab 1828 sind dann in der Kirchenchronik die laufenden Ereignisse, die den Pfarrern wichtig erschienen, bis zur Jetztzeit niedergeschrieben. Ein sehr wertvolles Zeugnis der Geschichte! Erst 1998 war es möglich in die Kirchenchronik Einsicht zu nehmen. Herrn Eichentopf wurde dies durch den Pfarrer Breithaupt gestattet. Herr Eichentopf hat daraus, sowie aus den umfangreichen Gemeindeakten, die bis etwa 1780 zurück im Ort vorhanden sind, für seine 1999 geschriebene Gemeindechronik Wichtiges aufnehmen können. Ich selbst hatte schon im Pfarramt Allstedt beim Studium von Kirchenbüchern darein Einblick nehmen können. Später, in Einzingen, hatte ich Gelegenheit die Chronik ausführlicher zu studieren, wobei ich die Aufzeichnungen bis zum Jahr 1828 zur Verfügung hatte. Für den Zeitraum nach 1828 habe ich wichtige und interessante Ereignisse in Stichpunkten festgehalten, die ich ebenfalls hier niederschreibe!  
 

Zu den Protokollbüchern 1853 - 1954:

Bis hierher wurden die Protokolle der Gemeinde von mir als Quelle genutzt und gekürzt wiedergegeben. Die Angaben zeigen, wie unsere Vorfahren Einzingen geleitet und gestaltet haben. Für die nachfolgende Zeit sind nur noch lückenhafte Protokollaufzeichnungen vorhanden, die wurden durch persönliche Erinnerungen ergänzt. Ergänzt werden die Aufzeichnungen durch Daten aus Belegen und Akten der Jahre 1780 - 1898.

Rudi Stöckel
 

Kirche und Gemeinde (1595-2002)

 

Jahr

 Legende:               

 K = Kirchenchronik     G = Gemeindeprotokoll     B = Belege und Akten  E = eigene Aufzeichnungen

 

1595

 

 K

über 100 Tote durch Krankheit

 

1610

 K

- 81 Menschen sterben

- Pfarrscheune und Ställe gebaut, ein Teil der Vorderwand und des       Ostgiebels, die aus Lehm gebaut waren, wurden mit Steinen erneuert

-  die Pfarre hat ein Strohdach (bis 1820)

 

1615

 K

Einzingen hat 38 Häuser

 

1620

 K

wieder viele Tote durch die Pest

 

1626

 

Samuel Eckstein Schultheiß in Einzingen

 

1673

 K

Kirche kauft Bäckerei

 

1673

1731

1736

1741

 K

großes Hagelwetter

 

1752

 K

Es wurde eine neue Schule mit Lehrerwohnung gebaut;  später Haus Nr. 44.

 

1755

 K

Es geschah ein schrecklicher Mord!

Eine Ehefrau vergaß Gott und ihre Pflichten der Keuschheit, wurde schwanger von einem anderen und vergiftete ihren Ehemann. Am 24.11.1756 wurde sie in Allstedt enthauptet.

 

1761

 K

Kirchgäßchen hinter der Pfarre neu verlegt

 

1775

 K

Bis zu diesem Jahr gab es keine geschlossenen Gemeinde-Obstanlagen. Johann Andreas Eckstein erwarb sich als Schultheiß den Verdienst, mit den Anpflanzungen begonnen zu haben.

 

1780

 B

Ein Schrank zum Aufbewahren der Gemeindeakten gekauft.

 

1781

 K

10 Häuser brannten ab

 

1783

 

 B

Adam Eckstein Schultheiß in Einzingen

Dankschreiben der Gemeinde Wolferstedt v. 22.4.1783  an Einzingen wegen der Unterstützung nach einem Großbrand für die Betroffenen: 19 Scheffel Korn, 32 Scheffel Hafer, 11 Scheffel Gerste, 3 Schock und 1 Mandel und 8 Bund Stroh

 

 

1786

 

Herrmann Bilzing Schultheiß in Einzingen

 

 

 

1787

 

Viktor Thiem Schultheiß in Einzingen

 

 

 K

wieder Feuersbrunst            

 

 

 B

17. März: Die Gemeindeschenke ist abgebrannt. Sie wurde wieder aufgebaut; Baumaterial und Arbeitslohn 18 Taler. Das Kapital zum Neubau wurde von Baumeister Christoph Weißleder vorgeschossen

 

1790

 

Gottfried Sonnabend Schultheiß in Einzingen

 

1791

 B

6. Februar: 31 Pfund Speck, 22 Pfund Butter, Eier und andere Spenden für die sächsisch-preußische Armee nach Weimar gebracht.

7. März: Die Gemeinde mußte 30 Taler zum Neuaufbau des Residenzschlosses Weimar beisteuern, da keine Fuhr- und Handleistungen erbracht werden konnten. (Vertrag v. 1790)

 

1794

 B

17 Taler freiwilliger Beitrag von der Gemeinde Einzingen zur Verpflegung der preußischen und sächsischen Truppen an die Geheimkanzlei abgeliefert.

 

1797

 K

28. März früh 8 Uhr brach bei Samuel Peinhardt Feuer aus; 2 Häuser, 2 Ställe, 2 Scheunen brannten nieder. Gottlob war an diesem Tag Ostwind, sonst wäre der ganze Ort abgebrannt.

 

1797

1798

 K

furchtbares Hagelwetter

 

1800

 

Adam Fahnenbruch Schultheiß in Einzingen

 

 

 B

Schmiederechnung von Christian Engelhardt  Naundorf für Reparaturen an der Spritze, an der Schäferei und an der Schenke.

 

1801

 B

Am 9. August sind bei einem Feuer verdahn:

13 Maß Branntwein an die Spritzenleute. 19 Glas haben die Husaren verdahn.

Für Reparaturen am Leiterhaus und Feuerkübel sind Kosten entstanden. Weitere Kosten durch  die Gemeindeschäferei.

 

1803

 B

Ein Groschen wurde an einen Verunglückten bezahlt. Ein Groschen zahlt die Gemeinde Einzingen an die Gemeinde Kalbsrieth für preußische Einquartierung. Dem gewesenen Juden Marlins welcher ein Christ geworden ist, können 2 Taler aus der Gemeindekasse bezahlt werden.

 

 

 

 

1806

  B

- Am 14. Oktober hat Einzingen 155 Franzosen Einquartierung und 10 Pferde zu versorgen. Die Soldaten wurden in der Gemeindeschenke verpflegt. Außerdem mußte die Gemeinde Geld an die Franzosen zahlen.

- Wegegeld nach Allstedt wird zur Verpflichtung bei der Spritze gezahlt. Weiterhin wurden ein Groschen an einen Armen und zwei Groschen an einen Verunglückten gezahlt.

 

1807

 B

- Für das Spritzenhaus wird Langstroh geliefert; ein Mandel für 19 Silbergroschen.

- Nach einem Brand in Reinsdorf  bezahlt die Gemeinde einige Getränke für die Feuerwehrleute.

- Der Gemeindebulle riß aus und wurde in Grillenberg eingefangen und am 12. Februar gegen eine Belohnung zurückgebracht.

 

1808

 B

Wieder französische Truppen zur Einquartierung im Dorf. Und Geld für die Franzosen muß nach Buttstädt gebracht werden.

 

1811

 B

Die Gemeinde zahlt 3 Thaler Zinsen für geborgtes Geld an Samuel Eckstein.

 

1813

 B

Die Gemeinde zahlte für geleistete Kriegsfuhren Geld an folgende Anspänner:

Andreas Eckstein, Johann Christian Eckstein, Zacharias Eckstein sen. und jun., Gottlob Eckstein, Lummer, Sonnabend, Nielhold und Gottfried Oßke.

 

1818

 B

13 Thaler für die Abgebrannten in Obhausen zur Hilfe gezahlt.

 

1820

 B

Impfung gegen Schutzblattern

 

1822

 B

Einzingen hilft den Abgebrannten in Riethnordhausen mit Heu und Stroh.

 

1825

 B

es gibt in Einzingen 52 Häuser

 

1826

 B

Besichtigung der Feuerstätten

 

1827

 B

- Am Sangerhäuser Weg wird eine neue Brücke gebaut und gewölbt.

- Johann Gottlieb Eckstein wurde Gerichtsschöffe.

- Zwei Mal wurden in diesem Jahr Ställe und Böden besichtigt.

- Die Schenke wurde innen und außen neu verputzt.

 

1828

 K

3. April: starker Frost, Schnee blieb mehrere Tage liegen, alles Obst wurde vernichtet 

 

 B

Die Gemeinde hat der Kirche 100 Thaler geborgt.

 

1829

 B

- Der Lehrer Wilhelm Weber hat alle von den Schulkindern gefangenen Schmetterlinge gezählt. Es waren 45 840 Stück. Für 100 Stück gab es 1 Pfennig.

 - Reparatur am Spritzenhaus, das Strohdach wird ausgewechselt.

Eine Rechnung liegt auch für eine neue Feuerspritze vor. Außerdem

 wurde für 2 Thaler und 4 Groschen eine neue Leiter gekauft.

 

1830

 K

Unter Pfarrer Wedekind wurde die Pfarrscheune neu gebaut, weil die alte baufällig war.

 

1839

 B

- Für 4 Tage Raupenvertilgen in den Obstpflanzungen der Gemeinde wurden 20 Groschen bezahlt.

- Die Gemeinde übernimmt das Schulgeld für die notorisch armen Kinder.

 

1842

 K

große Dürre, kein Regen von April bis Spätherbst

 

1848

 K

großes Tauwetter und Hochwasser; die Dorfstraße wird ein wilder Wasserstrom

 

1849

 K

12.November: Johann Gottlieb Eckstein hat Goldene Hochzeit mit seiner Frau Maria, geb. Bilzing

 

1850

 K

Einführung einer Gemeindeordnung

 

 

 B

- Für die Lieferung der Weimarischen Zeitung nach Einzingen wird 1 Thaler gezahlt.

- Eine Rechnung über die Separationskosten von Othal liegt vor.

- 94 Kühe wurden gezählt

davon:

Gottlob Eckstein 7 Kühe

Gottfried Oßke 7 Kühe

Andreas Eckstein 6 Kühe

Christian Eckstein 5 Kühe

Friedrich Eckstein 5 Kühe

 

1851

 B

Die Besoldung des Bürgermeisters Oßke wird auf 18 Thaler im Jahr festgelegt.

 

1853

 G

31. Januar:

- Friedrich Eckstein II wird zum Gemeinderechnungsführer gewählt, nachdem Zacharias Eckstein abgelehnt hatte.

- Das Triftgeld in Beyernaumburg soll abgelöst werden.

- Der Leineweber Gottfried Bauermeister bekommt das Amt des Baumwärters.

- Gottfried Semmler soll für das Läuten der Sturmglocken jedesmal einen Silbergroschen erhalten.

- Verhandlung über die Aufnahme  des Schuhmachermeisters Emil Heimbrecht als Ortsbürger. Er hat das Haus von Samuel Facius gekauft.

  

21. August:

Der Windmühlenbesitzer Brautsch  beantragt einen neuen Standort für seine Mühle, da der Baron von Bülow ihn nötigt den jetzigen Standort

zu wechseln

 

1854

 K

Grundsteinlegung für den Schenkenneubau

 

 

 

 

 G

13. Januar:

- Der Pfarrer Becker soll wie alle Ortsbürger das Futtergeld für das Samenrind (Bulle) bezahlen, auch für das zurückliegende Jahr.

Der Pfarrer behauptet, die Gemeinde hätte gegen ihn einen widerrechtlichen Beschluß gefaßt.

11. Februar:

- Für die Feldgeschworenen, die einmal im Jahr die Flurgrenzen begehen sollen, wird eine Geldzuwendung von einem Thaler pro Jahr festgelegt.

- Einige Abgeordnete werden bestimmt, die wegen des Fronstreites mit dem Großherzogtum beim Großherzoglichen

Rechtsanwalt in Allstedt die Angelegenheit klären sollen.

- Da die Schenke stark reparaturbedürftig ist, soll im Oberdorf eine neue Schenke gebaut werden.

- Es wird beschlossen, daß jeder der Steine brechen will und in der Gemeinde Grund und Boden hat, je Fuhre 7 Silbergroschen Bruchzins zahlen soll.

12. Februar:

- Maurermeister Christian Weißleder aus Allstedt soll einen Riß (Projekt) und einen Kostenvoranschlag für den Schenkenneubau machen. Die Schenke soll nun doch nicht im Oberdorf, sondern im Garten der Schäferei gebaut werden

- Gemeindediener Jungmann soll die  Dienste als Flurschützer, Nachtwächter und Gänsehüter übernehmen.

Gottfried Eckstein wird als 2. Nachtwächter eingesetzt.

Beraten wird weiterhin, ob die Bezahlung in Getreide oder in Geld erfolgen soll.

5. Juli:

- Bei der Gemeindewahl wird Andreas Eckstein zum Vorstand und Heinrich Peinhardt zu seinem Stellvertreter gewählt

- 600 Thaler, der Gelderlös für verkaufte Pflaumen soll an Maurermeister Weißleder als Abschlag für den Schenkenneubau gezahlt werden

- ein neuer Schulvorstand wird gewählt: 1. Gottlob Eckstein I 2. Heinrich Gottfried Peinhardt

- Die Höhe des Schulgelds soll beibehalten werden; einigen Ärmeren soll es erlassen werden

- Der Spritzenmeister hat eine höhere Besoldung beansprucht. Der Gemeinderat bewilligt dies nicht, da das Bedienpersonal auch Fron verrichten müsse.

 

1855

 

 K

Separation in Sotterhausen; Pfarrei Einzingen ist beteiligt, hat näheres Land bekommen

 

 

1855

 G

13. April:

- Der Einwohner und Ökonom Gottfried Eckstein beantragt zur Erbauung seines Hauses (heute Haus Nr. 5) zwei Fuß breit vom Gemeindegrund

- Johann Gustav Heinroth, königlich-preußischer Staatsbürger aus Edersleben beantragt Ortsbürger zu werden; er beabsichtige die Tochter von Philipp Engler zu heiraten

28. Juli:

Es wird beantragt dem neuen Gasthof den Namen "Gasthof zur großen Linde" zu gestatten, dies wird abgelehnt.

31. November:

Beschluß zur Bezahlung des Gänsehüters und 2. Nachtwächters; es soll eine Anlage  (Liste) gemacht werden, wonach für jeden steuerbaren  Acker

1 Silbergroschen zu entrichten sind.

23. Dezember:

Andreas Eckstein wird erneut zum Gemeindevorsitzenden und Hermann Gottfried Peinhardt zu seinem Stellvertreter gewählt

 

 B

- 7. Juli: Einweihung der neuen Gemeindeschenke; 8 Thaler für Musik bezahlt

- Der Gemeindediener zahlt 5 Thaler Hausmiete für ein halbes Jahr.

- Zacharias Eckstein wird Feldgeschworener.

- Der Gemeindeschäfer erhält seinen Lohn von der Gemeinde nach Umlage.

- Der Schullehrer Möbius erhält von der Gemeinde 4 Thaler und fünfzehn Silbergroschen als Schulgeld fürs Quartal als Gehaltszuschuß.

- 24 Thaler wurden für 1 Jahr Futternehmens  des Gemeindebullen an Friedrichs gezahlt (Futtergeld)

- Für den Gemeindediener und den Gänsehüter liegt eine Rechnung für Brot vor.

- Die Gemeinde zahlt 13 Thaler für 18 Stühle für die Gemeindeschenke.

 

1856

 B

- 8 Silbergroschen für die Spritzenmannschaft zur Erfrischung bei dem Brand im März d. J. in Sangerhausen  von Ortsvorsteher Gottfried Oßke gezahlt

- Der Bau des Spritzenhauses beginnt; Rechnungen fürs Schuttfahren, Dachdecken usw.

- Zusätzlich eine Rechnung von 1880 der Firma Bestel über 750 Mark für den Spritzenhausneubau.

 

1857

 G

15. Mai:

der Schmiedegeselle Friedrich Klötzer aus Kranichfeld beantragt sich in Einzingen als Schmied niederzulassen. Der Antrag wird abgelehnt.

 

 K

7. Juli: Einweihung der Schenke

mittelmäßige Ernte wegen Dürre, großer Hagelschlag, niedrige Kornpreise, ein Scheffel Korn kostet 22 Silbergroschen (ein Scheffel = ca. 30 kg)

 

 

1858/1859

 K

  

 Trockenheit, Wassermangel, Flüsse und Quellen versiegen

 

 

1858

 

 K

300 Jahre Universität Jena

 

 

 G

- Streit mit Pfarrer Becker und dem Lehrer um Hüterechte und -gebühren auf der Heide

- Der Gemeinderat hat die bisher übliche Lieferung von Fastnachtsbier und Fastnachtsbrezeln an den Pfarrer verweigert, darüber gibt es ebenfalls Streit und einen langen Schriftwechsel mit der Kirchenbehörde

14. Oktober:

Streit ums Brennholzspalten für die Schule: Da Lehrer Albrecht diese Arbeit ablehnt, verlangt der Pfarrer, daß die Gemeinde es auf ihre Kosten machen lassen soll. Die Gemeinde lehnt dies ab, da es bisher immer Aufgabe des Lehrers war und dieser der Kirche untersteht

 

1859

 G

15. Januar:

Andreas Eckstein wird als Vorsitzender und Gottfried Peinhardt als sein Stellvertreter wiedergewählt

21. Februar:

Verhandlung über das Anlegen eines gepflasterten Fußwegs; dabei sollen wieder Fronarbeiten erbracht werden

15. März:

- Eine Beschwerde liegt vor darüber, daß der Flurhüter vom Nienstedter Bauern Brand zwei Jahre lang nicht das ihm zustehende Geld erhalten habe.

- Karl Gottlieb Hermann weigert sich seine Interessengelder zu zahlen.

 

 

 K

Weihnachten frühlingshaft, starke unaufhörliche Regenfälle, nach 3 Jahren Trockenheit; Silvester auch in Regenschauern

 

1860

 G

20. Dezember:

- Der Gemeinderechnungsprüfer muß seine Unterlagen vorgeprüft einem Großherzoglichen Beamten zur Überprüfung übergeben

- Für die Schulbibliothek der Gemeinde sollen 3 Thaler gegeben werden

 Der Kirchenrat der Gemeinde hat Unterstützung für anstehende Reparaturen an der Kirche beantragt, da die Kasse des Kirchenvermögens dafür nicht ausreiche. Es sollen der Kirche 100 Thaler  vorgestreckt werden.

 

 

 K

kühles Wetter, späte sehr gute Ernte, wohl die beste seit Gedenken; 3-4 Scheffel je Schock wurden mehr geerntet als gewöhnlich;

Erntedankfest wurde verschoben, weil ein Regenguß in das Kirchdach eingedrungen war.

Die Kirche mußte erst wieder hergestellt und ein neues Gestühl eingebaut werden; so wurde erst am 18. November Erntedankfest gefeiert. 

 

 

1861

 K

In Einzingen leben 275 Seelen in 55 Wohnhäusern

 

 

 G

12. Januar:

Wiederwahl von Andreas Eckstein zum Gemeindevorsitzenden und Gottfried Peinhardt zu seinem Stellvertreter

11. September:

Pfarrer Lusche möchte eine Gastpredigt halten, dem wurde zugestimmt

 

1861/1862

 K

- Unter Leitung des Bürgermeisters Gottfried Oßke wurde die Hauptstraße des Dorfes gepflastert. Die Kosten betragen 600 Thaler.

- In der Pfarrwohnung waren bei den Vorgängern 30 Jahre keine Reparaturen gemacht worden; viele Mäuse und Ratten. Die Reparatur kostet 200 Thaler

 

 

  G

6. Januar:

Ökonom Friedrich Eckstein wird zum Vorsitzenden gewählt. Gottfried Peinhardt bleibt Stellvertreter

23. Februar:

In der Schule soll Turnen eingeführt werden. Deshalb soll ein Turnplatz eingerichtet sowie Turngeräte gekauft werden

14. April:

Christian Gottlob Hoffmann beantragt für einen Hausbau einiges Gemeindeland zu kaufen, dem wird zugestimmt

23. Mai:

Im Unterdorf wird die Straße gebaut. Zwei Bäume des Anspänners Gustav Heinroth stehen dabei im Wege. Er soll für die Fällung je 2 Thaler Entschädigung aus der Gemeindekasse erhalten

11. November:

- Bürgermeister Gottfried Oßke hat beim Großherzogtum einen Antrag auf höhere Besoldung gestellt; der Gemeinderat lehnte dies aber ab

- Zacharias Eckstein hat für seinen Hausneubau (heute Haus Nr. 1 Arno Oßke) Gemeindeland beantragt, um einen richtigen Winkel zu bekommen

 

1862

 K

- Von der Witterung her ein sehr gutes Jahr, aber durch sehr viele Schädlinge und Ungeziefer  Ernteverluste

- gute Obsternte: die Gemeinde nimmt 200 Thaler ein; die Einnahmen waren aber auch schon höher (bei 500-700 Thaler) gewesen, doch in den letzten 6 Jahren waren viele Obstbäume eingegangen.

In diesem Jahr wurden viele Zwetschgen und Kirschbäume angepflanzt.

 Ein Berliner Scheffel kostet 2 Thaler und wenige Groschen

- Der Friedhof wurde bis dato wild belegt. Deshalb wurde eine Begräbnisordnung erstellt.

- Vor dem Dorfe an der Lehmgrube wurde ein Turnplatz eingerichtet. Es gab 43 Schulkinder.      

 

 

 G

- Die Turmuhr wird für 1 Thaler repariert.

- 10 Thaler werden für die Reparatur der Orgel

dazugegeben.

- 25 Thaler Futtergeld für den Gemeindebullen für 1 Jahr gezahlt.

- Für die erste Straßenpflasterung (Kopfsteinpflaster) werden von Christian Simroht 100 Thaler geliehen.

- Es gibt Einnahmen von schulpflichtigen Kindern; Einzingen hat 43 Schulkinder und 51 Häuser.

- Friedrich Christian Peinhardt und Gottfried Altenburg haben für 2 Tage Arbeit als Feldgeschworene 4 Mark Lohn erhalten; 1 Pfennig pro Acker.

- Für 1 Jahr Läuten und Bälge treten werden 3 Thaler und zwanzig Silbergroschen bezahlt.

 

1863

 K

- Eine gute Obst- und Roggenernte.

1 Scheffel Roggen kostet im Herbst 1863 1 Thaler und 15 Silbergroschen (umgerechnet 100 Kg 15 Mark)

Die Gemeinde nahm 500 Thaler für Obst ein.

- Im August d. Jahres verstarb durch Schlaganfall Gottfried Oßke. Er hat sich namentlich um die Verbesserung der Wege verdient gemacht. Er hat die christliche Gemeinde durch kirchlichen Sinn voran gebracht. Regelmäßig war er bei allen Gottesdiensten im Hause Gottes zu finden.

Sein Nachfolger wurde Andreas Eckstein, ein sehr wohlwollender Mann.

- Die Backhausreparatur wurde durchgeführt und kostete der Kirche 40 Thaler.

- 18. Oktober: 50-Jahrfeier des Sieges über die Franzosen. Es ist Festgottesdienst unter der großen Linde, welche die größte in ganz Thüringen war. Abends Freudenfeuer auf der Höhe (vermutlich Kirschberg)  

 

 

 G

4. Januar:

Friedrich Wilhelm Kittel wird zum Vorsitzenden gewählt  und Gottfried Peinhardt zum Stellvertreter

14. Januar:

Gottlieb Parthey aus Landgrafrode will in die Gemeinde aufgenommen werden, da er die hiesige Karoline Thürmer heiraten möchte

14. Dezember:

- Nachträglich soll bei der Großherzoglichen Bezirksdirektion eine Kapitalaufnahme von 250 Thalern zur Straßenpflasterung beantragt werden.

- Die Gemeindeschäferei soll wieder verpachtet werden.

- Karl Oßke wird zum Stellvertreter des Gemeindevorstands gewählt

 

1864

 K

 Ausbruch eines Kriegs um Schleswig-Holstein

- Im Januar ist es sehr kalt, mehrere Wochen sind 17 - 18 Grad Frost gewesen.

- Für 240 Thaler wurde das 1752 erbaute Schulhaus gründlich repariert

 

 

 

 G

 Burschentanz in Einzingen

 

 

1865

 

 G

- Am 30. März wird für die Leute zum Schneeschippen für 1 Thaler Schnaps ausgegeben.

- 123 Kühe wurden gezählt

 

1866

 G

8. Februar:

Die Kirche verkauft ihr Backhaus an die Gemeinde. 600 Thaler sollen geboten werden.

 

 

 K

verkauft die Kirche ihr Backhaus für 305 Thaler an die Gemeinde

 

1867

 G

10. Januar:

Es wurden gewählt:

Andreas Eckstein - Bürgermeister

Friedrich Kittel - Vorsitzender des Gemeinderates

Hermann Gottfried Peinhardt - Stellvertreter

Friedrich Lummer - Gemeinderechnungsführer

25. Februar:

Verpachtung des Gemeindegasthauses an Sormes für 130 Thaler im Jahr

26. Oktober:

- Bewilligung von 5 Thalern zur Gründung einer Blindenanstalt in Weimar

- Dem Pastor werden 3 Thaler zur Erweiterung der Dorfbibliothek bewilligt

- Der Gemeinderat bewilligt, anläßlich des 350-jährigen Reformationsfestes den hiesigen Kindern je 1 Brezel und den 42 schulpflichtigen Kindern Kaffee zu geben

 - 2 Thaler wurden an den Hamsterfänger August Rausch bezahlt, selbiger quittierte mit xxx.

- Eine Schafschwemme wurde gebaut.

- Der Lehrer Kittel erhielt für die Zeit von Michaelis 1866 bis Michaelis 1867 ein Bauernmaß Bier, 10 Silbergroschen und 3 Pfennige jährliche Zahlung aus der Gemeindekasse.

- es besteht eine Liste über das Sammeln von Christstroh. jedes Haus und jedes Kind hatte 2 Schütten zu geben.

- Die Gemeinde führt eine Liste über gesammelte Sperlingsköpfe; 650 Stück wurden gefangen.

- Der Schäfer Goldschmidt muß 3 Thaler Strafe an die Gemeinde wegen unerlaubten Hütens zahlen

 

 

 B

 - Quittung über die Auszahlung von 21 Thalern für 6300 gesammelte Maikäfer (je Stück ein Pfennig)

 - Die "Kuhliste" von 1867:

 Christian Gottlob Eckstein - 5 Kühe

Zacharias Eckstein - 7 Kühe

Karl Hoffmann - 2 Kühe

Gottlob Lummer - 2 Kühe

Friedrich Eckstein - 5 Kühe

Andreas Helbig - 2 Kühe

Friedrich Lummer - 3 Kühe

Johann Altenburg - 2 Kühe

Friedrich Kittel - 6 Kühe

Hermann Rollfinke - 1 Kuh

Christian Heinroth - 10 Kühe

Gottlob Eckstein - 3 Kühe

Franz Lummer - 3 Kühe

Andreas Eckstein - 6 Kühe

Gottfried Blesse - 2 Kühe

Christian Hoffmann - 4 Kühe

Samuel Grimm - 4 Kühe

Friedrich Peinhardt - 3 Kühe

Gustav Heinroth - 5 Kühe

Friedrich Rauhfuß - 2 Kühe

Julius Rollfinke - 5 Kühe

Friedrich Oßke - 8 Kühe

Karl Jabin - 2 Kühe

Gottlob Eckstein II - 8 Kühe

Gottfried Altenburg - 3 Kühe

Wilhelm Eckstein - 2 Kühe

Karl Bauerfeld - 2 Kühe

      in Summa 107 Kühe

Für die Erhebung des Futtergeldes für den Gemeindebullen werden je Kuh 10 Groschen erhoben

 

 1868

 K

Am 10. August wurde Einzingen von einer furchtbaren Windhose heimgesucht, so dass an der großen Linde am Teiche der letzte große Ast abbrach, welcher über die Pfarrscheune ragte.

 

 G

14. September:

Der Durchführung der Separation wurde mit dem Einwand zugestimmt, daß die Obstplantagen und die Gemeindehutung gerecht bleiben

 

 

 B

Der Besitz einiger Bauern an Ackerland:

Christian Hainroth 99 Acker

Gottfried Peinhardt 80 Acker

Andreas Eckstein 60 Acker

Friedrich Oßke 36 Acker

Christian Gottlob Eckstein 72 Acker

 

1870

 K

- Es ist Krieg zwischen Deutschland und Frankreich. Vier Einzinger Krieger mußten mitziehen:  Robert Altenburg, Oskar Peinhardt, Karl Schildknecht und Reinhold Libau. Karl Schildknecht, in der 3. Generation, ist am 2. Dezember 1870 in der Schlacht bei Pombry gefallen. Er hinterließ eine junge Witwe, Minna geb. Eckstein und ein Töchterlein, welches geboren wurde als der Vater schon in den Krieg gezogen war.

- Der Frost hinterließ starke Schäden an den Obstbäumen

 

 

 G

16. Oktober:

- Die Separation ist in der Flur am Werk

- Der Gemeinderechnungsführer erhält 14 Thaler im Jahr

 

1871

 G

6. Mai:

- Andreas Eckstein gibt sein Amt als Bürgermeister wegen Krankheit ab. Sein Nachfolger wird Friedrich Oßke

- Die Gemeinde hat 2200 Thaler Kapitalschulden

2. November:

- Es wird ein Kriegerfest gefeiert. Die Kosten für die Musik übernimmt die Gemeindekasse

- Nach der Gemeindekassenabrechnung wird für 1 Thaler ein Imbiß genommen

 

 

 K

- Es ist Friedensfeier. Die dankbare Gemeinde errichtet dem gefallenen Karl Schildknecht auf dem Friedhof ein Denkmal.

- Kurz vor der Friedensfeier verstarb allhier der  tiefchristliche Bürgermeister der Gemeinde Andreas Eckstein. Er half den Armen wo immer er helfen konnte.

- Friedrich Oßke wird als Nachfolger zum Bürgermeister gewählt. Er bewies sich als einsichtiger Mann.

 

1872

 K

Die Kirche lies den baufälligen Giebel an der östlichen Seite der Schule neu bauen; 230 Thaler Kosten.

 

 

1873

 K

Die 1868 begonnene Separation wird abgeschlossen; zur Herbstbestellung galt die neue Schlageinteilung.

Der Pfarrer schreibt dazu in der Chronik: Steht man auf der Höhe und hält Ausschau in die umliegende Flur, so denkt man, man sei in einer fremden Landschaft. Alles ist anders. Wege und Raine verlegt, Bäume und Sträucher verschwunden, andere angepflanzt. Man muß sich an dieses neue Bild erst gewöhnen."

Für die Bauern brachte das großen Vorteil. Etwa in dieser Zeit ging auch die Dreifelderwirtschaft zu Ende.

 

 

 G

8. März:

Der Tagelohn für die Gemeindearbeiter wird von 7 auf 9 Silbergroschen erhöht

24. August:

- Am 2. September soll zur Feier der Schlacht bei Sedan ein Feuer im Freien entzündet werden. Die Einwohner dürfen im Verlauf dessen 2-3 Faß Bier, aus der Gemeindekasse bezahlt, trinken.

14. November:

- Verhandlung über das Wohngebäude der Schäferei, da nach der Separation die Gemeindeschäferei aufgelöst wurde. Da der Garten an das Backhaus grenzt, soll ein Teil zum Backhaus kommen, der andere Teil soll verkauft werden.

 

1874

 K

In der Pfarre wird der baufällige Kuhstall repariert, welcher 1735 neu gebaut war, und nun vielleicht weitere 30 Jahre seinen Zweck erfüllen kann.

 

1875

 G

9. Februar: Dem Antrag von Friedrich Oßke zum Neubau seines Hauses, 6 Fuß breit und 50 Fuß in der Länge, Gemeindeareal zu kaufen, wird nach einer Ortsbesichtigung zugestimmt.

8. Mai: Heinrich Gottfried Peinhardt ist verstorben, er war Besitzer des Hofes (jetzt Haus Nr. 43), der  später von Karl Eckstein gekauft wurde.

1 Juli: Trotz eigener Schulden borgt die Gemeinde der Kirche 70-80 Thaler, weil die Schule, welche der Kirche gehört, repariert werden  muß

2 August:   Nach Verordnung vom Großherzoglichen Ratsministerium soll ein Friedensrichter gewählt werden. Friedrich Kittel wurde in geheimer Wahl mit 3 zu 1 Stimmen zum Friedensrichter gewählt. 

 

1876

 G

3. Januar:

Es wurde der Antrag einer Gehaltserhöhung behandelt. Während der Beratung entfernte sich der Bürgermeister aus dem Lokal. Vorerst wurden 20 Thaler Erhöhung bewilligt, dies wurde vom Bürgermeister angenommen. Nach weiterer Verhandlung einigte man sich auf 75 Thaler im Jahr.

14. April:

Es wurde über die Fußwegpflasterung beraten Stein- und Kiesfuhren sollten von den Anspännern zur Frone geschehen, das Auf- und Abladen der Steine und des Kieses sollten die Hintersättler übernehmen. Mit den Maurergesellen Karl Semmler, Samuel Oldenburger und Hermann wurde die Übereinkunft getroffen, den Steinweg im Tagelohn zu machen; je Tag 2 Mark und Zehn Pfennig, die anderen Tagelöhner 1,50 Mark.

12. September:

Es kam zur Sprache, daß bei der Pflasterung des Steinweges sämtliche Fuhren und das Auf- und Abladen von allen Einwohnern unentgeltlich gemacht wurden . Es wurde beschlossen, daß zur Vergütung der Einwohner Bier und Branntwein gegeben werden sollen.

- Der Schmiedegeselle Albert Semmler aus Einzingen ist nach Hannover ausgewandert und dort gleich krank geworden . Die Gemeinde soll für die Krankenhauskosten aufkommen ( 15 Thaler und 20 Silbergroschen). Der Vater Bernhard Semmler zahlt das in drei Jahren an die Gemeinde zurück.- Deckbullen, Samenrinder genannt, werden immer über den Gemeinderat ge- und verkauft.

- Es gibt immer wieder Schwierigkeiten bei der Besetzung der Gemeindedienerstelle

 

1877

 K

 

 G

Friedrich Oßke legt sein Amt krankheitshalber nieder. Neuer Bürgermeister wird Julius Rollfinke.

24. Februar:

Gemeindediener Pohl erhält das Amt für ein weiteres Jahr

18. März:

Vom Gemeindevorstand wird ein Bericht vom Großherzoglichen Bezirksdirektor über die Bedeutung der Straßen vorgelesen.

Daraufhin wurde beschlossen die Pflasterung der Fußwege fortzusetzen und im Straßenbau etwas zu unternehmen

26. März:

Bürgermeister Friedrich Oßke (Amtsinhaber 1871-1877) reicht wegen Krankheit ein Entlassungsgesuch ein, dem stimmt der Gemeinderat zu.

30. April:

Der Müller Bogh will in seinem Garten ein neues Haus bauen.

16. Juni:

Ein neues Leiterhaus soll hinter der Pfarrscheune gebaut werden.

Für das neue Spritzenhaus wird ein Bauplatz neben Hoffmann´s Scheune festgelegt. (Heute: Karl, Eberhard)

 

 

1878

 

 

 

 

 

 

 

 

 K

 

 G

 

10. Juli:

Der Bisherige Rechnungsführer Julius Rollfinke wird zum Bürgermeister gewählt, neuer Rechnungsführer wird Friedrich Rauhfuß

25. September:

- Pfarrer Lusche stellt den Antrag, daß die Gemeinde etwas zur Schulbibliothek beisteuern soll. Daraufhin werden 6 Mark bewilligt.

- Baumeister Teichmann und Bestel hatten für das neue Spritzenhaus einen Kostenvoranschlag von 926 Mark vorgelegt. Das Angebot wurde auf Wunsch der Gemeinde auf 750 Mark reduziert

- Es steht die Frage, ob das alte Backhaus noch nutzbringend verkauft werden kann. Dazu soll ein Antrag an die Bezirksbehörde gestellt werden

 

Neubau der Orgel; Friedrich Kittel spendet dafür 2700 Mark

 7. Januar:

Verhandlung über den Bau einer neuen Orgel. Der Kirch- und Schulvorstand wurde schon vor Jahren von der höheren Behörde darauf hingewiesen, daß die alte Orgel ersetzt werden muß, da sie defekt ist.

Der Kostenvoranschlag vom Orgelbauer Wrobel aus Frankenhausen beträgt 4200 Mark. Der Gemeinderat erklärt sich auf Ersuchen des Pfarrers Lusche  bereit, die Orgel bauen zu lassen.

Spenden dazu: Friedrich Kittel 2700 Mark, aus milden Gaben der Gemeinde 413 Mark. Den Rest gab die Gemeinde in zwei Jahresraten, 200 und 300 Mark. Der Gemeinderat ist dankerfüllt  von den Spenden und hat den Rest bewilligt.

26. März:

Der Bau des Backhauses ist genehmigt. Dazu wurden Kostenvoranschläge eingeholt und geprüft:

Maurermeister Kastner

4. April:

Von hoher Behörde ist ein Schreiben zugegangen, daß zum 25. Jubiläum des Großherzogs milde Gaben zu Gunsten eines Armenhauses in Weimar gesammelt werden. Es werden 30 Mark bewilligt.

- Anläßlich des bevorstehenden Richtfestes des neuen Backhauses haben die Baugewerke vorgesprochen und um einen Richtschmaus gebeten. Die Gemeinde bewilligte 30 Mark.

- Die beim Backhausbau angefallene Erde soll verkauft werden.

10. September:

Der Backhauspächter beschwerte sich darüber, daß er den neuen Backofen mit dem von den Einzingern gespendeten Feuerwerk nicht richtig heizen könne. Und er verlangte von der Gemeinde eine Fuhre Kohle unentgeltlich

 

 G

 

9. Oktober:

Einweihung der neuen Orgel, für die Erbauer wird eine Mahlzeit für 18 Mark bewilligt. Ein Faß Bier für die Einwohner wird nicht bewilligt.

Der Orgelbauer verlangt einen Zuschuß, da sein Voranschlag nicht ausgereicht habe.

24. Oktober:

Der Gemeinderat und der Schulvorstand haben beschlossen, daß die Fortbildungsschule ihren Anfang nehmen soll.

27. Oktober: Das Geschoßgeld (später Gemeindegeld), welches auf die Acker erhoben wurde, soll wegfallen

 

1879

 K

- Die Gemeinde läßt ein neues Gemeindebackhaus bauen. Das alte Backhaus wurde als Baustelle an den Schäfer Friedrich Fopel verkauft.

- Der Lehrer Karl Albrecht wurde versetzt wegen Streitigkeiten.

 

 

 G

21. Mai:

- Karl Eckstein als Ortsbürger aufgenommen

- Pflasterarbeiten im Oberdorf und ein Teichdamm  beschlossen

 

 

1880

 K

 

 

 

 

 G

 

- Der Kirchturm wurde neu verputzt.

- Die Pfarrwohnung wurde neu angestrichen und verschönert nun das Dorf.

- Bürgermeister Rollfinke ließ am Teich Kastanien anpflanzen

- In der Ernte gab es viel Regen, das Getreide wurde naß. (1 Scheffel Roggen kostet 9 Mark)

 

13. März:

- Die Gemeinde sei aufgefordert, die Verbindungswege zu bepflanzen. Der Allstedter Weg, Niederröblinger Grenze, Sangerhäuser Weg, Oberröblinger Grenze

- Der Dorfteich ist mit Kastanien zu bepflanzen

- Lehrer Kühnemund erhält jährlich 18 Mark für Feuerwerk und Heizen der Schulstube

- Der Gemeinderat bewilligt 40 Mark für ein Kinderfest zum Sedan-Tag am 2. September

 

 

1880

 G

 

2. Juni:

- Friedrich Kittel zum Vorsitzenden und Hermann Rollfinke zum Stellvertreter gewählt

(Kittel war Landwirt Haus Nr. 20 )

- Lehrer Kühnemund wird eingestellt. Pferdegespanne sollen seine Habe vom Bahnhof Sangerhausen abholen:

Fuhrlohn: Zweisp��nner 2 Mark, Einspänner 1 Mark

- Friedrich Krone wird als Gemeindediener bestätigt:

29. September:

- Gottlieb Hoffmann wird für 15 Mark Lohn als Hilfsnachtwächter eingestellt:

- Ein neuer Gemeindebulle soll angeschafft werden.

Der neue Bulle kostet 185 Mark, der alte brachte 255 Mark

 

 

 B

- Einzingen hat 42 Schulkinder

- 24,50 Mark für Christstroh (Langstroh)

- für 121 Rinder gibt es 258,94 Mark Rindergeld

- 16. März: von 9 Uhr bis zum nächsten Morgen 3 Uhr war die Einzinger Feuerwehr mit 3 Paar Pferden in Voigtstedt wegen eines Brandes im Einsatz

- Die Gemeinde hat 3700 Mark Schulden, für die sie 4,5% Zinsen = 166,50 Mark zahlen muß

 

1881

 K

 

 

 G

 

Nach der Volkszählung am 1. Dezember hat das Dorf 258 Einwohner, darunter eine katholische Frau;

7 Männer und 5 Frauen haben das heilige Sakrament des Altars nicht gefeiert:

28. Januar:

Für die Schulbibliothek wird wieder ein Betrag 7 Mark gegeben.

24. März:

- Sowohl das Abputzen des Gemeindegasthauses als auch des Backhauses werden genehmigt.

- Am 3. Pfingstfeiertag soll wie ortsüblich wieder gefront werden. Die Anspänner mit Wagen, die Hintersättler mit Hacke und Schaufel.

22. Mai:

Der Schulinspektor erklärt die Schule für baufällig und beantragt einen Schulneubau. Wegen der hohen Schulden der Gemeinde soll der Neubau bis 1884 verschoben werden.

28. Mai:

Nach der Gemeinderechnungslegung

wird nach ortsüblichem Brauch ein gemeinsames Mahl eingenommen.

Gemeinderechnung:

Einnahmen: 4961 Mark

Ausgaben: 3870 Mark + 1091 Mark

- Für die Schulgasse sollen Pflastersteine gekauft werden.

 

 

 G

 

3. Dezember:

August Dittmann und Gustav Peinhardt werden als Ortsbürger aufgenommen.

 

 

1882

 K

- eine reiche Ernte, wie sie seit 1863 nicht mehr war; aber durch  sehr  viel Regen ist viel verfault

- erste Verhandlungen wegen Schulneubau; nach dem neuen Schulgesetz ist jetzt die Gemeinde für die Schule verantwortlich;

der Kirchenvorstand gab der Gemeinde das Versprechen, die alte Schule, die Eigentum der Kirche ist, zu verkaufen und den Erlös für den Schulneubau zur Verfügung zu stellen; die Gemeinde kauft einen Teil Bauland von Gotthilf Hellweg für 1800 Mark

 

 G

9. Juli:

Wegen eines neuen Gesetzes wurde eine Feuerwehr organisiert und das dafür nötige Statut entworfen

13. Dezember:

Auf Anforderung des Branddirektors wurde ein Vertrag zum Kauf einer Feuerspritze über 1300 Mark abgeschlossen.

 

1883

 

 

 

 

 

1884

 K

 

 G

 

 

 G

- Kalter Winter; bis Ende März - 20° Frost

-          20. September Einweihung der neuen Schule

28. April:

Antrag auf Reparatur der Turmuhr

November:

Zur Luther-Feier gibt die Gemeinde Kaffee und Kuchen für die Kinder

 

17. Januar:

- Festlegung der Gebühren für die Feuerwehr:

als Feuerwehrmann - 1 Mark für jede Übung

übrige Feuerwehrleute - 0,50 Mark je Übung

April:

Julius Rollfinke  ist Bürgermeister

17. April:

Grundsteinlegung für die neue Schule

Die Kinder sollen mit Lehrer Kühnemund mit Gesang zur Baustelle ziehen, danach sollen die Kinder im Gasthaus Kaffee und Kuchen bekommen.

Die Arbeiter und der Gemeinderat bekommen Bier.

Im Mai soll für 75 Mark ein Richtschmaus gegeben werden.

26. Juli:

- Ein Zuschuß von 500 Mark zum Bau der Eisenbahn von Oberröblingen nach Allstedt wurde nicht bewilligt.

 

 

 

1884

 

 

1885

 G

 

 

 

 

 G

 

 

14. Oktober:

Die diesjährige Jagdpacht soll nicht ausgezahlt werden, sondern in der Gemeindekasse verbleiben.

 

3. Januar:

- Karl Eckstein wird zum Gemeinderatsvorsteher gewählt

- auf Anweisung höherer Behörde soll der Teich eingefriedet werden

- Bruno Oßke und Otto Eckstein werden als Ortsbürger aufgenommen

11. Februar:

- Maurermeister Kästner und Zimmermeister Bestel übergeben den Schulneubau mit Rechnung für 3900 Mark.

- Die noch nicht bepflanzte Seite des Sangerhäuser Weges soll bepflanzt werden.

30. April:

Die Kirchgemeinde übergibt das alte Schulgrundstück an die Schulgemeinde mit Übereignungsvertrag

17. Mai:

Gottlieb Parthey wird Gemeinderechnungsführer.

24. Mai:

Die übliche Fron am Pfingstdienstag soll in diesem Jahr unterbleiben. Das übliche Freibier soll trotzdem am dritten Pfingstfeiertag ausgegeben werden.

12. Juni:

- Dem Verkauf der alten Schule für 3600 Mark an Karl Eckstein wird zugestimmt.

- Maurermeister Kästner macht dem Gemeinderat ein Angebot für 400 Meter Straßenpflaster von 945 Mark.

Darüber soll noch einmal verhandelt werden, um einen Höchstpreis von 700 Mark zu erreichen. Für 775 Mark übernimmt Maurermeister Kästner schließlich den Auftrag zum baldigen Pflasterbeginn.

September:

- Für eine Schulfahrt zum Kyffhäuser und zum Ratsfeld werden 15 Mark bewilligt.

- Der Kriegerverein hat für den 2. September eine öffentliche Sedanfeier beantragt, will sich aber nicht den Anordnungen von Kirche und Gemeinderat für eine gemeinsame Festordnung fügen.

- Für die Schulweihe am 20.09. werden 60 Mark für Musik, Erfrischungen und Prämien bewilligt.

Zur Feier des Tages soll ein festliches Abendessen mit drei Gängen gegeben werden, wozu die Bauarbeiter eingeladen werden. 

 

 

1885

 G

Dezember:

- Die Gemeinde will sich nicht an den Kosten für eine Verpflegungsstation beteiligen, die in Allstedt für durchziehende Reisende eingerichtet werden soll.

Dafür soll der von früher bekannte Almosenverein wieder aktiv werden. Pro Mann sollen 5 Pfennig verbraucht werden.

Später (1889 werden jedoch jährlich 30 Mark für die Allstedter Station bewilligt.

- Karl Eckstein stellt den Antrag, am Hang des Riestedter Weges Baumaterial lagern zu dürfen.

 

1886

 G

4. April:

Dr. Rauch und Pastor Möbius stellen den Antrag am Heiligenborn einen Fischteich anzulegen. Dies wird unter Auflagen genehmigt.

 

 

 K

Am Heiligenborn wurde der Teich mit Forellen besetzt.

 

 

 G

16. Mai:

Richard Heinroth wird Ortsbürger

3. Juli:

Laut Verordnung sollen die Gemeinderatssitzungen nicht mehr in öffentlichen Schankstuben stattfinden, sondern in gesonderten Räumen.

Es soll bei Versammlungen und Obstverkäufen kein Freibier mehr ausgegeben werden.

 

 

 K

10. August:

ein entsetzliches Hagelwetter; es betraf die gesamte Flur. Außer dem Roggen, der sicher eingefahren war, wurde alles vernichtet. In der Pfarre waren allein 41 Fenster eingeschlagen. Über 200 Bäume wurden durch den Sturm umgeknickt.

14. August:

Fritz Ehring aus Wolferstedt, Kutscher bei Karl Eckstein, verunglückt tödlich

 

 

 G

24. September:

Für ein Geschenk zur Hochzeit der Prinzessin Elisabeth sollen 10 Mark beigesteuert werden.

 

 

1887

 B

13. Oktober:

Einsatz der Feuerwehr bei einem Brand in Sangerhausen; für den Einsatz wurden 12,70 Mark bezahlt -

für die Spritzenfuhre 2 Mark  für die Feuerwehrmänner 60 Pfennig

für die Spritzenmänner 50 Pfennig

- in diesem Jahr hielt die Feuerwehr 5 Übungen ab; dafür wurden ihr

94 Stunden mit 20 Pfennig bezahlt, also 18,80 Mark

- die Unkosten für den Protokollführer des Gemeinderats betragen 9 Mark

 

 

In Einzingen arbeiten 16 Mägde und 8 Knechte. Es sind neben den Bauern folgende Berufe vertreten:

 

 

 

Mägde

Knechte

Berufe

 

 

Oßke, Bruno 

1

1

 

 

 

Eckstein, Friedrich

1

 

 

 

 

Altenburg, Robert

 

 

Pächter, Zimmermann

 

 

 

Lummer, Gottlob   

 

 

 

 

 

Eckstein, Gottlob

2

1

 

 

 

Dittmann, Gottfried

 

 

Pächter

 

 

Straube, Hermann

 

 

Gastwirt

 

 

Liebau, Reinhold

 

 

Tagelöhner

 

 

Blesse, Gottlob

 

 

 

 

 

Emil Heinroths Erbe

 

 

 

 

 

Wilhelm Eichentopf

 

 

Landpächter, Leinweber

 

 

Hellwig, Julius

 

 

Tagelöhner

 

 

Krone, Friedrich

 

 

Tagelöhner, Pächter

 

 

Koch, Andreas

 

 

Aufseher

 

 

Altenberg, Friedrich

 

 

 

 

 

Kuhnt, Karl

 

 

Gemeindebäcker

 

 

Kittel, Friedrich W.

1

 

 

 

Rollfinke, Hermann und   Ehefrau Marie, geb. Lummer

 

 

Schmiedemeister

 

 

Bauerfeld, Karl

1

 

 

 

 

Bornemann, August

 

 

 

 

 

Bauermeister, Karl Julius

 

 

 

 

 

Eckstein, Chr. Otto

2

1

 

 

Ecke, Gottlieb

 

 

Pächter, Leinweber

 

 

Herrmann, Friedrich

 

 

Landpächter, Maurer

 

 

Andreas Eckstein Erben

 

 

 

 

 

Blesse, Gottfried

 

 

 

 

 

Hoffmann, Hermann

1

 

 

 

 

Grimm, Samuel

 

 

 

 

 

Oßke, Friedrich

2

1

 

 

 

Kittel, Friedrich

 

 

Schuhmacher

 

 

Hoffmann, Gottlieb

 

 

 

 

 

Weder, Friedrich

 

 

Tagelöhner

 

 

Bogh, August

 

 

 

 

 

Peinhardt, Gustav

 

 

 

 

 

Naundorf, Friedrich

 

 

 

 

 

Parthey, Gottlieb

 

 

 

 

 

Heinroth, Gustav

(Paul Peinhardt?)

 

 

 

 

 

Enckelmann, Karl

 

 

 

 

 

Eckstein, Karl

3

3

 

 

Hoffmann, Karl

 

 

 

 

 

Rauchfuß, Friedrich

 

 

 

 

 

Rollfinke, Julius

und Vorkauf

1

1

 

 

 

Thieme, Karl

 

 

 

 

 

Semmler, Karl

 

 

 

 

 

Pfarre

1

 

 

 

 

Gemeindediener

 

 

 

 

1888

 K

- Alle Bäume vom Raupenfraß kahl.

- In der neuen Schule machte der Schwamm eine Reparatur notwendig.

 

 

 G

Den Schafhaltern wird die Schafweide weiterhin für 24 Mark Jahrespacht überlassen.

 

1889

 G

5. Februar:

- Beschluß über den Bau der Chaussee nach Niederröblingen; vorerst sollen 10000 Mark bei der Sparkasse geborgt werden.

- Anstellung eines 2. Nachtwächters.

 

1890

 K

-  Max Hadelich kommt als neuer Pfarrer nach Einzingen

- in Einzingen leben 257 Seelen, 126 Männer und 131 Frauen

- Erster Spatenstich zum Bau der Eisenbahnstrecke Allstedt-Niederröblingen-Oberröblingen; Fertigstellung und Inbetriebnahme 1894

 

 G

29. März:

Eine Straßenbeleuchtung soll angebracht werden, vorher sollen Erkundigungen eingeholt werden.

1. September:

Im Gasthof soll ein Pissoir gebaut werden.

9. November:

Für 33 Mark Vergütung wird dem Gastwirt Straube das Anbrennen der Lampen bei Einbruch der Dunkelheit und ihr Löschen um 4.00 Uhr, sowie deren Instandhaltung einschließlich des Ölauffüllens  übertragen.

- Anstellung eines 2. Nachtwächters

Der Ortsbürger  Moritz Heckler wird für 6 Mark dazu angestellt.

 

1890 / 1891

 K

Ein harter Winter, Erntebetstunde ist erst am 10. August.

Der Roggenpreis 27 Mark je dt. im Herbst.

 

1891

 

 

 

 G

Pfarrer Hadlich wird zum Friedensrichter gewählt.

1. Oktober:

Die Betreuung der Straßenbeleuchtung wird für 39 Mark an Moritz Heckler übergeben.

 

 

 B

- Einnahmen der Gemeinde: 840 Mark Pacht von Äckern und Wiesen, 600 Mark Pacht für die Gemeindeschenke,

180 Mark Pacht für das Gemeindebackhaus

- 37,80 Mark Ausgaben an die Feuerwehr für geleistete Stunden bei Übungen (je 25 Pfennig an Feuerwehrmänner, je 20 Pfennig an Spritzenmänner

- 28. Oktober: großer Brand in Sangerhausen rückt die Feuerwehr mit 12 Leuten, 2 Pferden von Gustav Heinroth und 4 Pferden von Karl Eckstein aus; für 7 Stunden Einsatz werden 23,70 gezahlt

- Rittergutsbesitzer Hoch  aus Allstedt zahlt 600 Mark Jagdpacht im Jahr an die Gemeinde 

 

Vorhandenes Steuerkapital (in Mark) aus der Steuerrolle 1891:

Oßke, Bruno                       5790

Eckstein, Friedrich             2273

Lummer, Gottlob               1600

Rollfinke, Hermann           1855

Beinemann, August           1500

Eckstein, Otto                     6560

Eckstein, Gottfried               735

Eckstein, Gottlieb                 740

Blesse, Gottfried                 1360

Hoffmann, Hermann          2250

Heinroth, Gustav                2410

Heinroth, Friedrich               300

Eckstein, Karl Wilhelm     8619

Rauhfuß, Friedrich             1690

Rollfinke, Julius                 2430

Vorkauf, Hermann             1560

Oßke, Friedrich                  3590

Jabin, Friedrich                    720

Eckstein, Zacharias            1100

Eckstein, August W.          2459   

Altenburg, Karl                    960

Eckstein, Gustav                  820

Berger, August                     790 

 

 

1892

 K

Die hochbetagte Witwe Vopel wird erhängt aufgefunden.

Es ist eine lange Dürre im Sommer.

 

 K

22. Februar:

Als Beitrag zur Goldenen Hochzeit der königlichen Hoheit des Großherzogs und seiner Frau Großherzogin Sophie von Weimar werden 28 Mark bewilligt; zusätzlich sollen 12 Mark gesammelt werden.

9. April:

- Berichtigung der Separationskosten: 918 Mark schuldet die Gemeinde der Separationskasse, 456 Mark sind bereits bezahlt, der Rest soll bis Jahresende bezahlt werden.

- Auf Antrag des Gemeindevertreters Friedrich Oßke soll die Linde auf dem Kirchberg vor dem Semmlerschen Hause wegen Bruchgefahr gefällt werden.

21. April:

Der Fischteich wird für 15 Mark jährlich an Dr. Rauch aus Allstedt neu verpachtet.

26. Juni:

Ein Beitrag aus der Gemeindekasse zum Kriegerfest wird wegen des schwachen Gemeindeetats abgelehnt.

4. September:

Die Gemeinde ist einverstanden aufgrund behördlicher Forderungen wegen der Choleragefahr ein Isolierzimmer im Gemeindedienerhaus einzurichten. Bettstelle, Strohsack und Wolldecke sollen gestellt werden; dazu ein Wasserkessel und ein Faß zum Baden der Bettler.

 

1892

 

 B

Friedrich Herrmann mußte 2 Mark Strafgeld in die Gemeindekasse zahlen, weil er während des Gottesdienstes gearbeitet hat.

 

1893

 K

- Der kürzlich zugezogene Schäfer hat sich an der Straße nach Niederröblingen erhängt.

- Noch ein Selbstmörder: der kranke Arbeiter Friedrich Krone; er wurde auf dem Friedhof in Nord-Süd-Richtung begraben.

- Manöver und Einquartierung; große Parade im Dorf; alle Einwohner haben sich das Schauspiel angesehen

 

 

 

 

1894

 G

 

 

 K

19. August:

- Wegen einer Einquartierung sollen sämtliche Hausnummern erneuert werden.

- erst große Trockenheit, dann ein nasser Herbst

- es starben 12 Menschen, 1895 nochmals 10, aber es war keine Epidemie, sondern eine zufällige Häufung normaler Todesfälle

 

 

 G

9. Mai:

Die Naturalbesoldung für Lehrer wird aufgehoben.

 

 

1894

 B

9. Mai:

 Verordnung über Tanzveranstaltungen

 

 

 G

7. Oktober:

Es laufen Verhandlungen über den Bau des Bezirkskrankenhauses Allstedt. Es wird genehmigt, den von der Sparkasse erzielten Überschuß dazu zu verwenden.

 

1895

 G

26. Mai:

Es wird beschlossen, ab sofort den Preis für 1m² Boden im Dorf auf

1 Mark und außerhalb der Ortschaft auf 50 Pfennig zu erhöhen.

1. September:

Zum 25. Sedan-Tag soll ein Festessen gegeben und an die Veteranen je 3 Mark gezahlt werden.

5. Oktober:

Das Gehalt für das Laternenanzünden durch Gottlieb Parthey wird auf 45 Mark festgelegt.

7. Dezember:

Ab 1.1.1896 tritt eine neue Gemeindeordnung in Kraft.

 

1896

 G

26. Juni:

Antrag des Windmüllers Karl Friedrich zur Aufnahme als Ortsbürger.

23.Oktober:

Als Ortsbürger wurden aufgenommen Karl Friedrich, Rudolf Lummer und Hermann Lummer.

 

1897

 G

15. April:

Wiederherstellung der Brücke an der Pfarre

30. Mai:

- Als Ortsbürger wurden aufgenommen: Robert Naundorf, Richard Blesse und Schuhmachermeister Herrmann.

- Bau der Straße vom Dorfe nach Oberröblingen, genannt die Lücke (Abzweig von der Dorfstraße gegenüber Naundorf)

 

1898

 G

22. Mai:

- Die Straße zum Grundstück Friedrich Oßke, einschließlich einer Seitengasse,  soll gepflastert werden.

- Der Tanzsaal soll mit 1 1/4 bis 1 1/2 Zoll Kiefernbohlen neu gedielt werden.

- Zum 80. Geburtstag seiner königlichen Hoheit wurde eine Spende gegeben.

16. Oktober:

Im Januar sollen für die Feuerwehr neue Uniformen angeschafft werden.

 

 B

Der Windmüller Karl Friedrich klagt beim Großherzogtum gegen die Kostenforderung der Gemeinde für seine Hofeinfahrt.

 

1900

 K

- Am 15. Juli feiert die Gruppe der Allstedter Kriegervereine ihr Fest in Einzingen.

- Hermann Vorkauf, Anspänner allhier, wurde von seinem Pferdegespann zu Tode geschleift.

 

 

 G

5. September:

- Aufnahme neuer Ortsbürger:

Otto Oßke, Paul Eckstein, Anton Lummer, Oskar Eckstein, Friedrich Rauhfuß und Eduard Gröbler

- Julius Rollfinke will sein Bürgermeisteramt abgeben, dies wird nicht gebilligt. Er soll noch zwei Jahre warten, dann wäre er 25 Jahre Bürgermeister; ein schönes Jubiläum. Bis dahin soll eine geeignete Person für seine Nachfolge gefunden werden.

16. Dezember:

Emil Ludwig übernimmt von seinem Bruder die Gastwirtschaft.

 

 

1901

 G

- Die Allstedter Abdeckerei soll nach polizeilichen Vorschriften hergerichtet werden. Dazu sollen alle beteiligten Gemeinden ihren Anteil bringen.

- Zum Laternenanzünden soll eine Anzündeleiter gefertigt werden.

 

1902

 K

Das Mitglied des Kirchenvorstandes Karl Oßke ist wegen seines hohen Alters zurückgetreten. An seine Stelle rückt durch Wahl sein Sohn Bruno Oßke.

 

 G

28. Februar:

- Dem Beschluß der Bürgermeisterversammlung in Allstedt ein Bezirkskrankenhaus zu bauen, stimmt auch der Einzinger Gemeinderat zu.

- Der Pachtpreis für die Gaststätte wird auf 1000 Mark im Jahr festgelegt.

- Als Ortsbürger werden aufgenommen:

Friedrich Semmler und Hermann Eckstein.

19. März:

 Das Bürgermeistergehalt beträgt 250 Mark je Monat, der Bürgermeister hat aber nur 225 Mark angenommen.

29. März:

- Die Kegelbahn in der Gaststätte droht einzustürzen.

- Es wird beschlossen, ein Schlachthaus zu bauen.

4. Mai:

Die Straße nach der alten Schule soll neu gepflastert werden. Karl Eckstein übernimmt die Kosten der Arbeiten bis an seine Grenze selbst.

 

1903

 K

- In der Nacht vom 30.April zum 1. Mai entfernt sich der Landwirt Hermann Hoffmann aus seiner Wohnung, er wurde auf dem Geisberg bei Beyernaumburg erhängt aufgefunden.

- Am 12. Oktober brach bei Bürgermeister Rollfinke in der Scheune und den angrenzenden Ställen ein Feuer aus.

 

 

 G

18. Oktober:

 - Ein Brandunglück bei Rollfinke Haus Nr. 47 (jetzt Degenhardt). Die Kosten für die Verpflegung von zwei fremden Wehren übernimmt die Gemeindekasse.

- Das Entlassungsgesuch von Bürgermeister Rollfinke wird zum 1. Januar genehmigt.

 

1904

 K

 Oskar Eckstein wird Bürgermeister

 

 

 

 G

9. Januar:

Der Gemeindevorstand wechselt. Oskar Eckstein wird Bürgermeister. Karl Eckstein wird zum Gemeinderatsvorstitzenden wiedergewählt und Hermann Rollfinke zum Stellvertreter.

20. Januar:

Handhabung der Kosten zur Fleischbeschau: Formulare werden für 50 Pfennig von der Gemeinde ausgegeben

 

 

 K

21. Juni:

nachmittags 4 Uhr großer Hagelschlag

12. Oktober:

Karl Eichelmann und seine Ehefrau, geb. Ehrig, feiern Goldene Hochzeit

 

 

 G

20. Dezember:

Das unerlaubte Sandholen von der Kiesgrube am Fischteich wurde verboten.

 

1905

 K

Die Chaussee nach Niederröblingen wird sorgfältig ausgebessert und mit einer Dampfwalze bearbeitet.

 

 G

4. Dezember:

- Der Gemeindevorstand war beauftragt beim kaiserliche Postamt in Allstedt die Aufstellung einer Fernsprechzelle zu beantragen. Der Antrag wurde genehmigt. Die Kosten betragen 340 Mark.

- Antrag an die Bezirksdirektion: Da die Baubesichtigung durch das Amt Apolda sehr umständlich ist, soll dies Zimmermeister Bestel aus Allstedt machen dürfen.

- Die Bürgermeisterbesoldung wird auf 250 Mark festgelegt.

- Der Gemeinderechnungsführer Parthey scheidet nach 25-jähriger treuer Tätigkeit aus. Zu seinem Nachfolger wird Rudolf Lummer gewählt.

- Die Straße hinter dem Gasthof soll gepflastert werden.

 

1906

 K

Bau der Kalischachtbahn von Heygendorf nach Niederröblingen; Baukosten 1,5 Millionen Mark

 

1907

 G

22. Juli:

- Beschluß über das Aufforsten der Heide. Tannen werden angepflanzt.

- Zur Reparatur der Straße wird die Dampfwalze angefordert: Kosten je Stunde 4,50 Mark und 1 Mark Transportkosten je km

 

1908

 K

Lehrer Pfutz kommt nach Einzingen als Lehrer und Kantor.

 

 G

Umpflasterung der Straße nach Otto Eckstein

 

1909

 G

Januar:

Die   Entschädigungsgelder vom Manöver, 158 Mark, sollen in die Gemeindekasse kommen.

5. Februar:

Dem Ableben des langjährigen Mitgliedes Hermann Rollfinke wird durch Erheben von den Plätzen  gedacht. Als Nachfolger wird Hermann Eckstein begrüßt.

- Es soll ein feuersicherer Geldschrank für die Gemeinde angeschafft werden.

- Der Steinweg nach Thrymer (jetzt Bauland) wird gepflastert.

- Die Schafhutung wird für 40 Mark im Jahr neu verpachtet.

23. Februar:

- Otto Eckstein wird Stellvertreter des Bürgermeisters

- Der Bürgermeister erwähnt, daß Karl Eckstein das Amt des Gemeindevorsitzenden zum 25. Male angenommen hat; er spricht die herzlichsten Glückwünsche und den Dank der Versammlung aus.

24. Juni:

Der Kriegerverein will einen Schießstand  im Überteich  nach dem Hunisberg errichten.

19. September:

Anläßlich der Hochzeit seiner königlichen Hoheit des Großherzogs soll für eine Ehrengabe gesammelt werden. Es wird ein Ortssammelkomitee gebildet. Das Landessammelkomitee erwartet 10 Pfennig je Einwohner. Etwaige Fehlbeträge sollen aus der Gemeindekasse beglichen werden.

29. September:

Die Neubesoldung des Bürgermeisters, für eine Amtsperiode 360 Mark, wird mit 4 Stimmen bewilligt.

 

 

 

1910

 K

Pfarrer Hadlich verläßt nach 20 Jahren Einzingen. (Er war der letzte in der Einzinger Pfarre wohnende Pfarrer.)

- Pfarrer Graf aus Nienstedt übernimmt vorerst die Pfarrstelle Einzingen.

 

 

 G

30. Januar:

Bruno Oßke beantragt die Veränderung der Bauflucht beim geplanten Neubau des Hauses Nr. 2 zum Erhalt der Toreinfahrt für sein Gehöft.

17. April:

Ein Antrag der Elektrizitätswerke Bretleben über die Verlegung einer Fernleitung durch die Einzinger Flur wird beraten, dazu soll die Gemeindeversammlung abstimmen.

2. Juni:

Das Bachbett soll in Straßenbreite nach Karl Eckstein neu gepflastert werden.

18. September:

Es wird beschlossen die Spritzenfuhre festzulegen und für ein Jahr zu vergeben. Die Gespanne brauchen keine anderen Leistungen zu erbringen.

2. Oktober:

 Die Bezirkshebamme klagt wegen schlechter Besoldung; 24 Mark im Jahr soll dennoch nicht erhöht werden.

7. Oktober:

Anfrage des Herrn Bezirksdirektors wegen Baus einer Wasserleitung. Da die hiesigen Wasserverhältnisse gut sind, wird dies bis auf Weiteres vertagt.

12. Dezember:

- Zur Vertilgung der Mäuse und Hamster soll eine Holdersche Schwefelkanone für 12 Mark angeschafft werden.

- In der Grundbuchanlegung soll darauf hingewiesen werden, daß in Richtung des Schulhausgiebels auf der östlichen   Seite zum späteren Zeitpunkt eine Fahrstraße abgeschnitten werden kann.

- Im Heiligen Born soll ein Dampfbohrapparat aufgestellt werden. Der Gemeinderat ist mit der Forderung von 120 Mark einverstanden.

 

 

1911

 K

- Gründung eines Frauenvereins in Einzingen

- Am Fischteich wurde ein Bohrturm aufgestellt. Man bohrte 700 Meter tief, ohne auf das erhoffte Kalisalz zu stoßen.

 

 G

7. Januar: 

Karl Eckstein hat 25-jähriges Jubiläum als Gemeinderatsvorsitzender.

9. Februar:

- Das neue Ortsstatut der Feuerwehr wird beschlossen.

- Die Straße unterm Kirschberg wurde gepflastert.

30. März:

Die Erweiterung der Gasse zwischen Otto Semmler und Pfarrgarten um einen Meter wird abgelehnt.

15.April: Es wird Geld für ein Kinderfest bewilligt,

welches im Anschluß an die Feier des Kriegervereins geplant ist. 

 

1912

 G

6.Januar:

Als Nachfolger von Karl Eckstein wird Bruno Oßke zum Vorsitzenden des Gemeinderates gewählt.

- Das Gehalt des Gemeinderechnungsführers Rudolf Lummer wird von 100 Mark auf 150 Mark erhöht.

12. Februar:

- Beschluß über das Leitungsnetz und Anschlüsse des Elektrizitätswerkes Bretleben.

- Für die Ortsbeleuchtung sollen 10-12 Laternen angeschafft werden .

7.Juni:

- Die elektrische Installation für Gasthaus, Backhaus und Schule kostet 942 Mark.

- Die Gemeinde schafft für 20 Mark einen Zuchtziegenbock an. Der Gemeindediener Blankenberg nimmt diesen ins Futter für 1 Mark Bockgeld. 

 

1913

 K

- Elektrisches Licht kommt nach Einzingen von der Zentrale Bretleben

- 1. Mai: Heimatfest. Der Gesangverein begrüßt den neuen Pfarrer

- 6. Juli: Sängerfest. 1000 Gäste kommen zum bis dahin größten Einzinger Fest.

 

 G

12. April:

- Anläßlich des Sängerfestes wird beschlossen, das Gasthaus und das Backhaus zu verputzen. Weiterhin wird ein Beitrag von 30 Mark für ein Kinderfest genehmigt.

4. Oktober:

Die Gemeinde hat an die Stadt Allstedt einen Unkostenbeitrag von 14 Mark für die Abdeckerei zu entrichten.

 

1914

 K

1. August: Kriegsausbruch

5. August: Die Kriegsbetstunde wird zur Abschiedsfeier für die ausziehenden Krieger.

 

 

 G

14. September:

- Das Gemeindegasthaus soll an Herrn Ludwig für jährlich 1200 Mark wieder verpachtet werden.

- Die Backpreise werden erhöht: 1 Brot -6 Pfennig, 1 Kuchen - 8 Pfennig, 1 Aschkuchen und Pfanne - 5 Pfennig.

 

1915

 K

- Die Pfarrstelle wechselt nach Niederröblingen.

- 8 französische Kriegsgefangene kommen ins Dorf zur Hilfe für die Bauern. Es gibt keine Klagen über ihre Arbeit.

 

 G

13. April:

Wahl einer Kommission zur Prüfung der beschlagnahmten Brotgetreide- und Hafervorräte, diese sind einmal monatlich zu prüfen.

11. Juni:

Wegen des Mangels an Petroleum erhält auch das Haus des Gemeindedieners elektrisches Licht.

3. Dezember:

Den Gaststättenpächtern werden wegen des schlechten Kriegsgeschäfts 300 Mark Pacht erlassen, später wird die Pacht bis 1918 auf 400 Mark herabgesetzt.

 

1916

 K

- 15. November:

 Das Ehepaar Friedrich Weder feiert Goldene Hochzeit.

- Die Gemeinde erzielt 5860 Mark Einnahmen für Obst.

- Die Feldscheune von Paul Eckstein wird durch Blitzschlag ein Raub der Flammen.

 

1917

 K

Beide große Glocken mußten abgeliefert werden.

 

1919

 K

- Oskar Eckstein legt das Bürgermeisteramt nieder. Sein Nachfolger wird Otto Eckstein.

- 27. Juli:

Gründung der Raiffeisen Spar- und Darlehenskasse Niederröblingen/Einzingen in Niederröblingen mit 22 Mitgliedern.

 

 

 G

Richard Karl tritt erstmals als Obstpächter in Einzingen in Erscheinung.

14. Oktober:

Erstmals Otto Eckstein als Bürgermeister (Otto oder Vetter Res genannt)

- Dem Bürgermeister werden 800 Mark Gehalt bewilligt.

 

1920

 G

6. November:

Verhandlung über den Verkauf des Gemeindegasthauses an Oswald Eckstein.

 

1921

 G

15. Januar:

Der Verkauf wird beschlossen. Die Oberstube soll weiterhin für Gemeinderatssitzungen kostenlos genutzt werden dürfen. Der Kauf wird wegen der unsicheren Zeiten ein Tausch gegen Ackerland im Oberfeld, fortan Schenkenland genannt.

23. April:

Die Schäfergasse, der Weg hinter der Schenke, wird gepflastert.

 

1922

 K

6. Februar:

Pfarrer Erasmus tritt sein Amt an.

 

1923

 K

 3. September: Weihe der neuen Glocke. Der ursprüngliche Kaufpreis von 39 200 Mark erhöht sich durch die Inflation auf 107 951 Mark. Die Kosten werden durch eine Haussammlung, Umlagen und eine Hypothek gedeckt.

- Eine Verrohung der Jugend! Willy Hase aus Niederröblingen hat Arno Oßke nach einer Veranstaltung in Niederröblingen niedergeschlagen. Er brauchte ärztliche Hilfe.

 

 

 G

11. Juli:

Pflasterung der Kirchbergstraße: Handarbeiter je Stunde 800 Mark, für eine Fuhre von der Kylischen Gemeinde müssen 10 000 Mark bezahlt werden. (Zeit der Inflation)

30. November:

- Der Backpreis wird wieder nach Goldpfennig berechnet. Der Getreidepreis nach Goldwährung normalisiert sich wieder auf 11 Mark für 50 kg.

- Das Gehalt für den Bürgermeister beträgt jetzt wieder 260 Goldmark + 40 Mark im Jahr für den Standesbeamten.

 

1924

 K

 Vor Ostern stürzt die Friedhofsmauer ein.

 

 

 G

26. April:

Der Dreschmaschinenbesitzer Otto Eckstein bittet um Überlassung eines Dreschplatzes am Transformatorenhäuschen.

27. Juli:

Das Kriegerdenkmal wird mit einer großen Feier eingeweiht.

 

 

 K

27. Juli:

Einweihung des Kriegerdenkmals.

Das Denkmal hat die Freyburger Firma Rettig aus Muschelkalk erbaut. Es ist eines der schönsten in der ganzen Umgebung

 

 Anmerkung zum Kriegerdenkmal:

Nach 1945 mußte das Denkmal auf Befehl der Besatzungsmacht und der Regierenden entmilitarisiert werden. D.h. der Siegeradler wurde abgenommen und alle Inschriften zugemauert. Nach dem 17. Juni 1953 wurde der Verputz von Einzinger Einwohnern wieder abgerissen; seitdem hat niemand mehr daran Anstoß genommen.

Der Adler, der lange im alten Wiegehäuschen lagerte, ist nach dem Umbau der Waage auf dem Müllplatz gelandet. Leider war keiner da, der das verhindert hat.

Erst 1992 war es möglich,  für die Gefallenen des II. Weltkrieges eine Gedenktafel anzubringen, finanziert aus Spenden und Mitteln der Gemeinde.  

 

1925

 K

Einzingen hat 310 Einwohner; 147 männlich und 163 weiblich.

 

 G

31. Januar:

Der Bürgermeister wird ermächtigt in der Försterei  Ziegelroda 1000 Baumpfähle zum Selbstschlagen zu bestellen.

14. Februar:

- Die Mittel zur Reparatur des Steigerturms der Feuerwehr werden bewilligt.

- Das Ortsstatut wird zu Punkten des Wegebaus erweitert.

- Zum 1. April tritt der Gemeindediener Bohne ab. Als neuer Gemeindediener wird der Landarbeiter Model aus Kalbsrieth angestellt.

- Es werden 3 Mark Spende für das Waisenhaus in Pirmasens bewilligt.

21. März:

- Der Gemeindebäcker Kuhnt hat Backgeld beantragt; das wird abgelehnt. Daraufhin wird seine Kündigung angenommen.

- Es werden Mittel für eine Nachtwache der Post bewilligt, bei Feuergefahr und dringenden Krankheiten.

- Es werden Mittel zum Bäume ausputzen bewilligt. Am Kirschberg sollen in die gesprengten Baumlöcher Süßkirschenbäume gepflanzt werden.

14. April:

- Neu gewählte Mitglieder des Gemeinderates:

 Vorsitzender Anton Lummer, Stellvertreter Otto Oßke, Schriftführer Hermann Eckstein,  Bürgermeister Otto Eckstein I mit 6 Stimmen, Stellvertreter Hermann Hoffmann

- Der Antrag des Hamsterfängers Mache zur Pachtung der Flur wird abgelehnt.

- Das Bürgermeistergehalt wird um 100 Mark erhöht.

29. April:

- Das Backhaus wird an Bäcker Ludwig aus Benndorf für 180 Mark jährlich verpachtet, dazu zwei Acker Land auf der Butterwecke.

- Der Backpreis für Brot und Kuchen beträgt 10 Pfennig, Pfanne die Hälfte, Kranzkuchen auch 10 Pfennig.

12. Mai:

Die Brücke hinter Hermann Bauermeister soll repariert werden.

18. Juni:

Dem Zusammenschluß zu einem Motorspritzenverband im Bezirk Allstedt wird zugestimmt.

31. Oktober:

- Zur Anschaffung einer Turmuhr wird die Hälfte der Kosten von der Gemeindekasse getragen.

- Beschluß über die Pflasterung der Ortsstraße mit Mansfelder Schlacken; zuerst der östliche Teil 200 m lang und 6 m breit.

Das fehlende Geld soll von der Sparkasse Allstedt geborgt werden.

- Zur Versicherung der Schulkinder werden Mittel, 23 Pfennig je Kind und Jahr, bewilligt.

 

1925

 

12. Dezember:

Der Bürgermeister verhandelt über die Lieferung der Mansfelder Schlacken. Es wird beschlossen, daß jedes Paar Pferde 350-400 ? Schlacken und 4 Fuhren Kies anfahren soll. Die Nichtpferdehalter müssen Handarbeit verrichten. Im Weigerungsfall sind 50 Mark an die Gemeindekasse zu entrichten.

 

 

Kreistagswahl:      

Nationale Einheitspartei             91 Stimmen

Sozialdemokraten                    21 Stimmen

Kommunisten                          14 Stimmen

 

1926

 K

- Die neue Kirchturmuhr kostet 1249 Mark. Die Kirche bezahlt 649 Mark, die Gemeinde 600 Mark.

- Im Frühjahr wurde die Hauptstraße im Oberdorf mit Schlacken neu gepflastert. Für 200 m Länge waren 45000 Stück Schlacken  nötig; sie kosteten das Dreifache des Friedenspreises. Insgesamt  betrugen die Kosten  15000 Mark. Alle Transporte und Nebenarbeiten wurden ohne Bezahlung durch die Einwohner erbracht.

 

 

 G

2. Februar:

- Der Kies für die Straße wird von Edersleben von der Grube Schösse angefahren zu 1,25 Mark je m³.

- Im März soll mit der Pflasterung begonnen werden.

- Festsetzung des Steinbruchzinses: je m³ 15 Mark.

- Der Preis für das Gänsehüten wird neu festgelegt: je Gans sind im Vierteljahr 15 Pfennig zu zahlen (vorher 10 Pfennig).

- Die Ortsstraße soll 5 m breit gepflastert werden plus 1 m Gosse.

10. Mai:

Der Antrag von Karl Eckstein, ihn wegen ernster Erkrankung von den Arbeiten zum Straßenbau zu entbinden, wird abgelehnt. Er soll die Arbeiten ausführen oder 50 Mark zahlen.

(Für den Antragsteller und langjährigen Gemeinderatsvorsitzenden bedeutet diese Entscheidung eine Enttäuschung. Er hat Paul Römer  dafür bezahlt, seinen Anteil zu leisten.)

8. Juli:

Der Gemeindediener Model hat sich unanständig gegen den Bürgermeister benommen.

 

 K

Am 30. August verstirbt das langjährige Mitglied des Kirchenvorstandes der Landwirt Karl Eckstein im 74. Lebensjahr. In ihm ist ein Mann dahingegangen, der in seltener treuer Pflichterfüllung seines kirchlichen Ehrenamtes gewaltet hat, dem das Wohl und Wehe nicht nur seiner geliebten Einzinger Heimatkirchgemeinde, sondern der gesamten evangelischen Kirche   Deutschlands am Herzen lag und dessen Liebe zur Kirche auch sichtbar zu Tage trat in der vorbildlichen Treue, mit der er Sonntag für Sonntag das Gotteshaus besuchte. Auch nahm er an jeder Beerdigung teil. Möge sein Andenken in der Gemeinde in Ehren gehalten werden und sein kirchlicher Sinn  viel Nachahmung finden.

 

1926

 G

10. September:

Laut Gemeinde- und Kreisordnung soll es nur noch 5 Gemeinderatsmitglieder geben, statt bisher 7.

23. Oktober:

Eine Straßenreinigungsordnung wird beschlossen: Jeder Anlieger hat einmal in der Woche seinen Straßenabschnitt zu reinigen.

 

1927

 K

 

 

 

G

 

- Das Kirchendach wurde neu- bzw. umgedeckt; Kosten 1148 Mark.

- Stillegung der Kalischachtbahn Niederröblingen-Heygendorf, wegen Aufgabe des Kalischachtes

- Die Hebamme Berta Bauerfeld aus Niederröblingen ist 40 Jahre im Dienst für Einzingen, Katharinenrieth und Niederröblingen.

 

5. Januar:

- Oskar Eckstein beantragt, in der Lehmgrube eine Scheune bauen zu dürfen. (Der Bau wird nicht ausgeführt.)

- Schmiedemeister Gröbler beantragt, zur Erweiterung seines Hofraumes Gemeindeland zu kaufen. Dem wird mit Auflagen zugestimmt.

8. Januar:

- Wiederwahl des Gemeindevorstandes. Der Gemeindediener Model wird entlassen. Dafür wird der Handarbeiter Lachmann eingestellt.

- Der Lehrer Steger soll für das Heizen der Schulstube 200 Mark Entschädigung im Jahr bekommen.

22. März:

- Die Schafweide wird auf 6 Jahre für 50 Mark Pacht wieder an den bisherigen Pächter Fritz Hund aus Oberröblingen verpachtet. Bedingung: Er muß alle Einzinger Schafe in seine Herde aufnehmen und hüten.

- Veränderung der Telefonhilfsstelle: Der Gastwirt Oswald Eckstein erklärt sich bereit, für 40 Mark Entschädigung die Sprechstelle zu bedienen.

- Der Öbster Richard Karl soll angehalten werden, die Obstbäume zu verschneiden.

- Der Gemeindevorstand und Standesbeamte erhält lt. Tarif 550 Mark jährlich.

- Der Gemeinderechnungsführer erhält 300 Mark jährlich.

25. Mai:

- Paul Semmler beantragt den Kauf von Gemeindegrund östlich seines Hauses. Dem Antrag wird zugestimmt und ein Preis von 1 Mark je m² festgelegt.

- Richard Semmler rückt nach dem Tod von Paul Große in den Gemeinderat auf.

- Eine Friedhofsordnung wird beschlossen.

- Mit der Straßenpflasterung im Unterdorf soll begonnen werden.

 

 

1927

 G

26. Mai:

- Die Alleebrücke soll repariert werden.

- Der Teich soll gereinigt werden.

- Die Pflasterarbeiten sind angelaufen.

- Eine Ortstafel für Bekanntmachungen soll angeschafft werden.

- Der Ausbau des Baches wird vertagt.

18. Juli:

- Bäcker Ludwig beantragt, einen Pferde- und  Schweinestall bauen zu können. Es soll auf eigene Kosten geschehen.

- Der Gemeindediener erhält 40 Pfennig Stundenlohn.

- Otto Semmler wird als Feldgeschworener bestätigt.

- 200 junge Bäume sollen angepflanzt werden.

- Bei der Obstverpachtung erhält Herr Klaus 4 Stimmen, Herr Richard Karl 3 Stimmen.

- Das von Paul Semmler beantragte Bauland wird nach erneuter Verhandlung im Preis auf 50 Pfennig je m² reduziert.

- Der Lohn für Gemeindearbeiter und Feuerwehr wird auf 50 Pfennig erhöht

 

 

 K

17. Juli:

Kriegervereinsgruppenfest.  Die örtliche Kriegsvereinsfahne wurde geweiht.

20. Juli:

Selbstmord von Paul Große. Er hat sich zwischen Riestedt und Sangerhausen vor den Zug geworfen.

 

1928

 K

Die Hauptstraße im Unterdorf wurde gepflastert. 26000  Stück Pflastersteine wurden gebraucht.

 

1929

 G

13. Februar:

- Der Gastwirt erhält einen Zuschuß von 20 Mark für die Telefonzellenbetreuung.

- Es soll ein Aktenschrank angeschafft werden.

3. April:

Ein Antrag auf Erhöhung des Gänsehütegeldes wurde abgelehnt.

23. April:

Der geplante Ankauf einer gebrauchten Fuhrwerkswaage wurde zurückgestellt.

14. August:

Es sollen wieder 200 Bäume gepflanzt werden.

7. Dezember:

Der Nienstedter Weg soll ausgebessert werden. Der Hügel am Ortsausgang soll gesprengt und abgetragen werden.

 

 

1930

 G

Die Niederröblinger Straße soll ausgebessert und repariert werden.

 

 

 K

Die Hauptstraße nach Niederröblingen wurde erneuert.

 

1931

 G

Das Hartobst soll wieder an Richard Karl für 1010 Mark verpachtet werden.

 

1932

 G

- Wegen zu hoher Kosten soll die Gemeinde aus dem Berufsschulverbund Allstedt austreten.

- Das Gehalt des Gemeindevorstands wird auf jährlich 600 Mark und das des Rechnungsführers auf 300 Mark erhöht. Die Bezahlung der Feuerwehr wird beibehalten.

 

1933

 K

Die  Nordseite des Kirchendachs wird für 749 Mark umgedeckt.

 

 

 G

- Die Straße zum Berg Richard Oßke wird gepflastert.

- Dem Antrag von Bruno Eckstein auf Erweiterung seiner Feldscheune wird zugestimmt.

27. Juni:

Für den Ausbau der Jugendburg auf Schloß Allstedt sollen 75 Mark beigesteuert werden.

15. Juli:

Am Burggraben sollen drei Acker mit Kirschbäumen bepflanzt werden.

5. August:

Das Hartobst wird an Richard Karl, einer von 5 Bietern, für 805 Mark verpachtet.

 

1934

 G

17. März:

Der Preis für das Gänsehüten wird auf 35 Pfennig pro Gans und Jahr festgelegt.

3. Juni:

- Die Kirschverpachtung erhält Richard Karl für 200 Mark.

- Die Brücke an den Weiden im Sangerhäuser Weg soll repariert werden.

 

 

 K

 23. Juni: Johannesfeuer vor dem Jugendgottesdienst.

 

1935

 K

Laut Reichsgesetz dürfen die Kirchen nicht mehr die Kirchenfahne, sondern nur noch die Hakenkreuzfahne hissen.            

 

 G

12. Juni:

Der Teichablauf soll verrohrt werden.

 

1936

 G

9. Januar:

Paul Semmler beantragt, am Kirschberg gegenüber seines Grundstücks Land zu kaufen.

29. Januar:

- Beratung über die Milchablieferung nach Allstedt

- Es wurde über den Bau eines Freibades am Fischteich gesprochen. (Der Plan kam aus vielerlei Gründen nie zur Ausführung.)

7. November:

Das Bachbett wird ausgebaut und ausgepflastert.

 

 K

Friederike Eckstein stiftet anläßlich der Taufe ihrer Nichte Helga eine silberne Taufkanne.

 

1937

 G

25. Juli:

Beschluß über den Kauf von Uniformen für die Freiwillige Feuerwehr. Vorerst sollen nur Jacken, später, wenn Geld da ist, auch Hosen gekauft werden.

 

 

 

 K

1. August:

Das Pfarrhaus wurde für 3000 Mark an den Landwirt Willy Hoffmann verkauft.

 

 

 G

23. Oktober:

Antrag von Karl Friedrich zum Bau einer Feldscheune.

 

 

 K

- Die Kirche wurde durch die Firma Teichmann erneuert.

- Karl Hoffmann und Frau Anna, geb. Beinemann, feiern Goldenen Hochzeit.

 

1938

 G

20. März:

- Der Bau des Teichablaufs soll fortgeführt werden.

- Schliebe wird als Gemeindediener eingestellt.

 

1939

 G

1. Februar:

- Es wird beschlossen, entgegen behördlicher Forderung, die Gemeindeakten nicht ins Archiv nach Weimar zu bringen, sondern in der Oberstube der Schenke zu lagern. Dafür wird eigens ein Schrank beschafft. Die Feuerwehr hält das für sicher.

- Auf Anordnung des Kreisamtes soll eine Gemeindechronik geführt werden. Karl Oßke wurde dafür vorgeschlagen. (Durch den Krieg kam es nicht dazu.)

11. Juni:

Die Schafweide war zuletzt an das Gut Othal verpachtet. Jetzt soll eine Bauernschäferei mit einem hiesigen Schäfer gebildet werden, der die Weide pachten soll.

 

1941

 G

25. Dezember:

Bürgermeister Otto Eckstein wird auf eigenen Wunsch aus seinem Amt entlassen. Er führte es 22 Jahre. Sein Nachfolger wird Fritz Gröbler.

 

1942

 G

16. Januar:

 Gemeindediener Schliebe kündigt sein Amt.

 

1945

 G

16. Januar:

Die Straße zur Kapelle soll gepflastert werden, die Anlieger haben sich bereit erklärt, dazu einen Beitrag zu leisten.

20. März:

Auf dem Kirschberg soll wegen der Fliegeralarme  ein Schutzbunker gebaut werden.

 

1939 -1945

 K

9 Männer sind im Krieg gefallen.

 

1945

 G

Ewald Lummer, aus dem Zuchthaus entlassen, wird Bürgermeister bis 1948.

 

1946

 K

Das Glockenläuten nach Feierabend wird nach alter Sitte wieder eingeführt.

 

1948

 G

Bei der 1. Kommunalwahl nach dem Krieg wird Herr Müller aus Sangerhausen durch die Mehrheit der LDP Bürgermeister.

 

1950

 K

Es wird mit der Errichtung des Kupfererzschachtes in Niederröblingen begonnen. Dort wird bis 1990 Kupfer gefördert, welches in Helbra verhüttet wurde.

 

 

 G

3. Januar:

Für die Errichtung des Spengler- Museums werden 50 Mark gespendet.

15. November:

- Neuwahl des Gemeindeparlaments. Neuer Bürgermeister wird Herr Oberländer aus Allstedt.

- Christa Semmler stellt den Antrag auf Kauf von 800 m² Land am Kirschberg zum Hausbau.

- Grießer stellt den Antrag auf einen Bauplatz für eine Scheune an der Lehmgrube.

 

 

1952

 G

18. Oktober:

Herr Friß aus Niederröblingen wird Bürgermeister.

 

1953

 G

4. Februar:

Else Blank aus Niederröblingen wird Bürgermeister

April:

Die Gemeinde ist verantwortlich für die Wirtschaftsführung der Landwirtschaftsbetriebe von Otto Friedrich und Kuno Friedrich, beide sind inhaftiert wegen  Nichterfüllung des Plansolls!

4. August:

Das Backhaus wird an Martin Arnold aus Schönewerda verpachtet.

 

1954

 G

14. April:

Die Schulgasse wird gepflastert.

 

1956

Am 28. März bilden 6 Altbauern in Einzingen eine LPG.

 

1960

Einzingen wird voll genossenschaftlich.

 

1975

Einzingen wird mit Nienstedt zu einer Gemeinde zusammengeschlossen.

 

1976

Die LPG Einzingen und die LPG Nienstedt werden zusammengeschlossen.

 

1958 -

1977

In der Amtszeit des Bürgermeisters Rudi Friedrich wurden für die Gemeinde Einzingen einige beachtliche Dinge geschaffen!

- So wurden 750 m Straße nördlich um das Dorf vom Trafohaus zu den Stallanlagen der damaligen LPG und weiter bis zur Stellmacherei mit Granitsteinen gepflastert. Das war ein echtes Gemeinschaftswerk. Der Bürgermeister nutzte die vorhandenen Möglichkeiten, beantragte vom Staat die  finanziellen Mittel, da es damals keine anderen Finanzierungsmöglichkeiten gab. Damit wurden die Pflastersteine und der Sand gekauft. Er bezahlte weiterhin davon die  Lohnkosten für eine Feierabendbrigade, die nur am Wochenende zur Verfügung stand. Arbeitskräfte der LPG haben die Steine am Bahnhof Sangerhausen  entladen und mit ihren Maschinen nach Einzingen transportiert. Diese Leistungen, sowie die Kosten für die zur Verfügung gestellte Technik für die Pflasterarbeiten, übernahm die damalige LPG auf ihre Kosten. Im Zeitraum von zwei Jahren wurde dieses große Objekt bewältigt und Einzingen hatte eine feste Ortsumgehungsstraße.

- Unter Beteiligung vieler Bürger und mit materieller Unterstützung der LPG wurde in Einzingen eine Kanalisation und ein Wasserleitungsnetz für das ganze Dorf  verlegt. Die Wasserleitung wurde als erweiterte Leitung an die Betriebswasserleitung der LPG angeschlossen. So ist es bis heute.

- Mit der Anlegung von Grünanlagen und Anpflanzungen wurde zur Dorfverschönerung beigetragen, dies unter freiwilliger Mitarbeit vieler Einwohner.

 

1978-1997

 K

Einzingen wird durch Pfarrer Krause aus Mittelhausen betreut.

 

1979

 K

Der Kirchenrat beschließt die Renovierung der Kirche für 21000 Mark.

 

1995

 K

Oberpfarrer Krause hat nochmals eine große Renovierung im Rahmen des Dorferneuerungsplans angeschoben. Der Turm erhielt ein neues Dach, wurde abgeputzt und mit Dachrinnen sowie einem Blitzschutz versehen. Die Kosten betrugen   109.231 Mark.

 

 

 

 

1994

Kommunalwahl:                    Platz nach Stimmen:

                                                                              1. Horst Schmidt

                                                                              2. Georges

                                                                              3. Harald Hofmann

                                                                               4. Hoffmann

                                                                              5. Fischer

                                                                              6. Agthe

                                                                              7. U. Clausing        

                                                                              8. Kratz

 

1997

 K

Nach der Renovierung findet die Kirchweihe statt. 167 Kirchenbesucher, die auch von außerhalb kamen, nahmen daran teil. Dabei konnte eine Kollekte von 736 Mark verbucht werden.

 

 

 

 

 E

-                      Einzingen erhält durch neue Stellenaufteilung einen anderen Pfarrer. Pfarrer Krause verlässt Einzingen nach 20 Jahren (1978-1997). Pfarrer Breithaupt übernimmt Einzingen.

-                      Der Kirchturm  wurde saniert.

-          Zuge der Dorferneuerung wird der Teich neu gestaltet

 

1998

 

 E

-          2. Mai, 13:00 Uhr, starkes Gewitter mit Hagelschlag und 27 mm Regen. Im Unterfeld ist ein Rübenschlag total verhagelt und muss neu bestellt werden.

-          Mittelmäßige Getreideernte; viel Niederschläge; nasser Herbst; Ende November schon Frost; so dass am 1. November die Rübenrodung eingestellt werden musste

 

 

1977

- 1999

 

 E

Die Amtszeit des Bürgermeisters Albin Degenhardt überdauerte die politische Wende. Auch in seiner Amtszeit wurde in Einzingen besonders nach der Wende einiges Neues geschaffen:

- ein neues Feuerwehrhaus mit Versammlungsraum und modernen Toilettenanlagen

- die Straße nach der Schule (Schafsgasse) wurde neu gepflastert

- die Stummgasse wurde neu gestaltet und befestigt

- die  Dorfbeleuchtung wurde erneuert

- die Straße am Berg und Friedhof vorbei wurde neu gepflastert

- die alte Schulgasse nach Helmut Jödicke wurde ebenfalls im Zuge der Dorferneuerung neu gepflastert

- Die Gemeinde verkaufte die gemeindeeigenen Grundstücke Backhaus und Schule an private Wohnungsssuchende.

 

2000

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-                      Günstiger Witterungsverlauf;

-                      Das Agrarunternehmen hatte eine gute Ernte.

-          Weiße Weihnachten

 

2001

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-                      Es wurde ein neuer Bürgermeister gewählt; der erst im Vorjahr gewählte Rolf George (PDS) war verstorben. Margit Kühne wurde mit großer Mehrheit gewählt; sie ist nebenher Kreisjägermeisterin

-                      Das Kriegerdenkmal wurde im Rahmen der Dorferneuerung restauriert. Dabei wurde eine Flasche mit eingelegten Dokumenten aus dem Jahr 1922 gefunden. Es wurde neue Dokumente eingelegt.

-                      Eine der großen Linden vor der Schule wurde gefällt. Sie war beim Schulneubau gepflanzt worden und drohte nun auseinanderzubrechen.

-                      Am Kirchberg wurde eine neue Treppe mit Geländer angelegt.

-                      Die Straße nach Niederröblingen war seit März wegen Bau der Brücke über die neue A 38 gesperrt.

-                      Die Einzinger Wasserversorgung, die bisher erst von der LPG, dann vom Agrarunternehmen betrieben wurde, ist im September vom Wasserwerk Sangerhausen übernommen worden.

-                      Am 27.11.2001 hat das Agrarunternehmen Einzingen in seiner Generalversammlung die Fusion mit der Agrargenossenschaft Riednordhausen beschlossen. Die Einzinger Genossenschaft, die 1956 gegründet und zur politischen Wende 1990 zum Agrarunternehmen umgebildet worden war, hat ihre Eigenständigkeit verloren.

-                      Mit den Einzinger Genossenschaftsmitgliedern wurden Vereinbarungen über die Rückzahlung der Inventarbeiträge bzw. Geschäftsanteile in drei Raten abgeschlossen.

-                      Am 3. Juni totale Mondfinsternis.

-          Weihnachten starker Winter; der Pfarrer kam zur Christmette nicht durch den Schnee.

 

2002

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-                      Am 1.1. wurde der Euro als neues Zahlungsmittel eingeführt zum Kurs von 1:1,953

-                      Im April wurde die Brücke über die A 38 nach Niederröblingen übergeben.

-                      Die Straße von Nienstedt nach Allstedt war gesperrt; die Straßen wurde als Autobahnzubringer ausgebaut und wurde am 21.12. dem Verkehr als Kreisstraße wieder freigegeben.

-                      Der Autobahnbau wurde von den Einzingern mit Interesse verfolgt; am 17.12. war die feierliche Übergabe des Teilstückes Oberröblingen-Rothenschirmbach

-                      Das Energiewerk hat das alte, 1912 erbaute Transformatorenhaus (am Ortsausgang nach Nienstedt) still gelegt. Im Dorf hinter der Schenke wurde ein neuer Energieblock errichtet, dazu wurden im Oberdorf Erdkabel verlegt. Am 6.12. wurde zum Bedauern vieler Einzinger das alte Transformatorenhaus abgerissen; der historische Wert für das Dorf wurde nicht beachtet.  

 

 

 

 

 

 

 

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